5 Tipps gegen Mundgeruch

Eine Futterumstellung, die nicht gut vertragen wird oder Stoffwechselerkrankung können eine Rolle spielen. Die häufigste Ursache für anhaltenden Mundgeruch beim erwachsenen Hund sind allerdings Erkrankungen im Maulbereich, darunter faule Zähne, Zahnstein und Zahnfleischprobleme.

Wenn du weisst, dass der Mundgeruch von den Zähnen kommt, dann lass dich von deinem Tierarzt beraten. Auch die Zähne von Hunden gehören regelmäßig gereinigt. Der Zahnstein ist nicht nur Ursache für üblen Mundgeruch unter ihm setzen sich Bakterien fest und zerstören den Zahn und das umliegende Zahnfleisch. Nachfolgend 5 Tipps gegen Mundgeruch:

Optimales Futter

Es ist wichtig einige Unterschiede der Futtersorten zu kennen. Trockenfutter ist durch seine Härte deutlich empfehlenswerter um Mundgeruch vorzubeugen. Die Hunde müssen intensiver kauen und es wird mehr Speichel produziert, welches das natürliche Milieu der Maulhöhle aufrecht erhält. Bei Dosenfutter hat der Hund keine Möglichkeit das Futter selbstständig zu kauen. Bei minderwertigem Futter entsteht zusätzlich eine Schleimschicht, die sich über die Zähne setzt und unter dem sich die Bakterien austoben können.

Zähne putzen

Wenn du Nahrungsmittelreste in den Zahnzwischenräumen deines Hundes entdeckst. Hilft es regelmäßig zur Hundezahnbürste zu greifen. Weiterhin gibt es viele Pflegemittel die bei Plaque und Zahnstein helfen und damit auch Erkrankungen der Maulhöhle vorbeugen.

Kauartikel

Es gibt zahlreiche Kauartikel zur mechanischen Reinigung der Zahnoberfläche und Zahnzwischenräume. Sie ersetzen das Zähne putzen nicht sind jedoch eine hilfreiche Unterstützung. Dazu gehören Kauartikel aus Rinderhaut, oder mal eine rohe Karotte. Man kann auch frisch gehackte Petersilie unters Futter mischen für einen frischen Atem.

Zahnreinigung

Mittlerweile bietet fast jede Tierarztpraxis eine Zahnreinigung an. Hierbei wird der Hund in Narkose gelegt und die Zahnhälse und Zahntaschen aufwändig mit speziellem Dentalwerkzeug gereinigt.

Richtiges Spielzeug

Es gibt spezielle Zahnpfelge-Spielzeuge für deinen Hund. Diese sind vom Material und der Form her so beschaffen, dass sie die Beläge auf den Zähnen bei jedem Kauen bekämpfen.

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Vegetarische/vegane Ernährung für deinen Hund: die Vor- und Nachteile

Inwieweit ist es ethisch korrekt, die Ernährung einer überwiegend fleischfressenden Art zu ändern/einzuschränken?

Dies ist ein ethisches Dilemma und es ist aktuell bereits viel diskutiert worden. Das Ziel dieses Artikels ist es jedoch nicht weiter zu diskutieren, sondern wissenschaftliche Informationen über die Vor- und Nachteile dieser Art von Ernährung darzulegen.

Hunde gelten als Fleischfresser, aber im Laufe ihrer Evolution haben sie zusammen mit dem Menschen die Fähigkeit entwickelt Nährstoffe auch aus pflanzlichen Quellen zu verdauen und zu assimilieren. Das macht sie jedoch noch nicht zu Pflanzenfressern. Sie haben nicht die notwendigen Verdauungseigenschaften, um pflanzliche Quellen so effizient zu verdauen wie z.B. wir Menschen.

Trotzdem können gesunde, erwachsene Hunde, auch wenn es nicht ihrem natürlichen Verhalten bzw. ihrer natürlichen Wahl entspricht, eine pflanzliche Nahrung erhalten, solange alle erforderlichen Inhaltsstoffe für eine ausgewogene Ernährung abgedeckt werden.

 

Hochwertige Handelsware oder selbst hergestelltes Futter?

Da es sich um ein Trendthema handelt, versuchen viele Unternehmen diese Nische für sich zu erobern. Bekannte Marken setzen bereits auf vegetarische/vegane Linien. Auch hausgemachte Rezepte werden immer mehr, oft von experimentierfreudigen Privatpersonen oder Fachleuten ohne entsprechende Ausbildung oder fachlichen Hintergrund, angewandt.

Da die vegetarische/vegane Ernährungsform für Hunde schwierig zu berechnen ist und Ernährungsmängel oder ein Ungleichgewicht der Mineralstoffe drohen, kann man auch schnell scheitern und Mangelerscheinungen verursachen. Eine US-Studie zeigte, dass 25% der auf dem Markt erhältlichen kommerziellen vegetarischen/veganen Futtermittel nicht den Anforderungen der Richtlinien der Association of American Feed Control Officials (AAFCO) und der World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) entsprechen. Diese Futtermischungen werden nicht als sicher oder angemessen angesehen und können zu ernsthaften Gesundheitsproblemen wie z.B. der dilatativen Kardiomyopathie führen.

Im Gegensatz dazu, gibt es tierärztlich verschriebene, pflanzliche Nahrung, die untersucht und getestet wurde und im Ergebnis alle Formulierungs- und Kennzeichnungsanforderungen erfüllt. Sie ist nicht mit Säugetier-DNA kontaminiert, im Gegensatz zur Hälfte der vegetarischen/veganen Ernährung anderer Marken.

Ebenso stellen individuelle Futtermischungen von Tierärzten, die auf diese Form der Ernährung spezialisiert sind und an jedes Individuum angepasst werden, keine Probleme dar und eliminieren das Kontaminationspotenzial, da der betreuende Tierarzt die volle Kontrolle über die Herstellung hat.

Wenn das Futter ausgewogen ist und alle Nährstoffanforderungen erfüllt, sind sowohl die vegetarische wie auch die vegane Nahrungsform möglich.

Pros

  • Vegetarische und vegane Ernährung kann bei einigen Hunden mit Allergien oder Harnwegserkrankungen (Urolithiasis durch Urin, häufig bei Dalmatinern und Bulldoggen) von Vorteil sein.
  • Wenn sie richtig formuliert sind, scheinen sie die körperliche Leistungsfähigkeit von Nutztieren (Schlittenhunden) nicht zu beeinträchtigen.
  • Sie können jedoch aufgrund von Veränderungen in der Struktur der roten Blutkörperchen bei Hunden, die sich viel bewegen, Anämie verursachen.
    Geringe ökologische Belastung

Kontras

  • Im Allgemeinen nicht geeignet für heranwachsende Hunde (aufgrund spezifischer Bedürfnisse bei einigen Aminosäuren) und trächtige oder säugende Hündinnen.
  • Geringere Verdaulichkeit im Vergleich zu “Fleisch-haltiger” Nahrung.
    Nach den derzeit verfügbaren Studien gibt es nur zwei Marken, die eine Futtermischung mit ausschließlich pflanzlichen Inhaltsstoffen anbieten, die den Nährstoffbedarf von erwachsenen Hunden angemessen abdecken: Purina und Royal Canin. Wenn die Hundehalter aus ethischen Gründen die Aufnahme von Eiern in den Speiseplan zulassen, gibt es ein weiteres geeignetes Produkt der Marke Hill’s, die auf dem Markt erhältlich ist.
  • Geringeres Geschmackserlebnis
  • Preis
  • Medizinisch-veterinäre Beratung notwendig

 

Wenn du dich dafür entscheidest, deinen Hund vegetarisch/vegan zu ernähren, vernachlässige nicht die tierärztlichen Untersuchungen und Bluttests (CBC, allgemeine Biochemie, B12, Folate und essentielle Aminosäuren) alle 6-12 Monate, um eventuelle Ernährungsmängel oder Gesundheitsprobleme wie Anämie und Kardiomyopathie zu erkennen und zu beheben.

Inês Carvalho

Tierärztin

 

Was ist ein hypoallergenes Futtermittel?

Wie das Wort hypoallergen schon verrät, zielt eine solche Ernährung darauf ab das Allergierisiko durch die Futterbestandteile zu minimieren. Hypoallergene Futtermittel bezeichnen Futtersorten, die allergenarm oder allergenfrei sind.
Entweder es wird ein Futter gefunden, dass keine allergenen Bestandteile für den jeweiligen Hund enthält, oder die Futtermittelbestandteile sind durch einen sogenannten hydrolyse Prozess soweit verkleinert, dass sie vom Körper nicht mehr als Allergen erkannt werden.

Es ist daher wichtig zwischen den verschiedenen “hypoallergenen” Varianten zu unterscheiden, die es gibt:

Nahrung mit begrenzten Protein- und Kohlenhydratquellen:
– Je weniger potentiell allergene Bestandteile die Nahrung enthält, desto leichter ist es, die für die klinischen Krankheitsanzeichen verantwortlichen Bestandteile zu identifizieren. Im Idealfall enthält das Futter nur eine Protein- und eine Kohlenhydratquelle.

Nahrung mit einer neuen Proteinquelle:
– Durch die Verwendung von Proteinquellen, die vom Hund höchstwahrscheinlich noch nie aufgenommen wurden, verringern wir die Wahrscheinlichkeit, dass das Immunsystem für sie sensibilisiert wurde. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion geringer.

Nahrung mit hydrolysiertem Protein:
– Dieses vom Tierarzt verschriebene Futter wird durch genaue Kontrollen hergestellt. Das passende Futter wird vorwiegend als erstes nach der Reinigung der Produktionslinie hergestellt, um Verunreinigungen und Spuren unerwünschter Inhaltsstoffe zu vermeiden. Die enthaltenen Proteine werden bei dem Hydrolyse Prozess in so kleine Bestandteile gespalten, dass der Körper sie nicht mehr als Allergene erkennt.

In der Regel startet man beim Verdacht einer Futtermittelallergie mit einer Eliminationsdiät. Hierbei wird die Protein- und Kohlenhydratquelle minimiert und nach Möglichkeit schon eine Proteinquelle verwendet, mit der der Hund noch nicht in Berührung gekommen ist. Dies ist ein langwieriger und auch mühsamer Prozess und Besserungen der Symptomatik sind oftmals erst in einigen Monaten sichtbar. Der Erfolg einer solchen Diät hängt dabei zu 100% vom Besitzer ab. Denn oftmals wird das Futter selbst gekocht, um eben sicherzustellen, dass nur die richtigen Bestandteile drin sind. Hast du keine Lust zu kochen, kannst du ein oben erwähntes Allergikerfutter erwerben, welches hydrolisisertes Protein beinhaltet.

In jedem Fall sollte die Nahrung zusammen mit deinem Tierarzt ausgewählt werden. Dieser berät dich und wägt ab, welches die beste Option für deinen Hund ist. Dabei sollten nicht nur die Anamnese und die klinischen Krankheitssymptome, sondern auch die Ernährungsanamnese berücksichtigt werden.

Inês Carvalho
Tierärztin

Die Rolle der Ernährung bei Herzerkrankungen

Herzprobleme gehören zu den Erkrankungen, die häufig ältere Hunde betreffen, aber auch bei jungen Hunden auftreten. Als Auslöser werden meist genetische Prädispositionen, fortgeschrittenes Alter, bestimmte Medikamente, Infektionen (viral oder bakteriell), Toxine oder Stoffwechselerkrankungen gesehen. Jedoch zählt eine Fehlernährung ebenso als mögliche Ursache. Daher ist es wichtig immer darauf zu achten, dass der Hund von klein auf nach seinen individuellen Bedürfnissen gefüttert wird.

 

Der wichtige Einfluss des Gewichts bei Herzerkrankungen

Eine wichtige Rolle spielt die Erhaltung bzw. das Erlangen des Idealgewichtes, da sich sowohl Unter-, aber vor allem Übergewicht, signifikant auf das Krankheitsgeschehen auswirken. Zu den Symptomen, speziell bei fortgeschrittenen Krankheitsverlauf, gehört ein Gewichtsverlust,.Daher muss eine ausreichende Versorgung mit Energie gewährleistet sein.

Kleinere Portionen über den Tag verteilt sorgen dafür, dass der Magen nicht überfüllt wird, sich in den Brustraum ausdehnt und dort das Herz beeinträchtigt.

Bei übergewichtigen Hunden sollte kein erhöhter Energiebedarf gefüttert werden, sondern zügig das Idealgewicht angestrebt werden. Hierfür kann eine Ernährungsberatung vom Tierarzt hinzugezogen werden, da nicht jedes Futter bei Herzerkrankungen geeignet ist.

Die Ernährung bei Herzerkrankungen

Sobald eine Herzerkrankung diagnostiziert wird, sollte neben einer medikamentösen Therapie eine Anpassung des Futters stattfinden.

Bei Herzpatienten empfiehlt sich eine ‘spezielle Diät’, die dem veränderten Nährstoffbedarf nachkommt. Da die diätetische Therapie darauf hinaus zielt, das Herz zu entlasten und eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs zu unterstützen, kann eine Erhöhung der Lebenserwartung erzielt werden. Auf Folgendes sollte geachtet werden:

  • Natriumarme Ernährung

Bei Herzproblemen wird Natrium nicht mehr wie gewohnt ausgeschieden, sondern sammelt sich vermehrt im Körper an. Folglich kommt es zu Wasseransammlungen (Ödeme) und einer Veränderung des Blutdrucks. Beides kann ein Fortschreiten der Erkrankung begünstigen.

  • Zugabe von Taurin

Vor allem bei Hunden großer Rassen kommt es aufgrund eines Taurinmangels zu einer Abnahme der Herzleistung bzw. kann dieser Mangel mit einer Herzmuskelerkrankung einher gehen. Bei herzkranken Hunden konnte eine deutliche Verbesserung der klinischen Symptome und eine erhöhte Leistung des Herzens nach Taurinsubstitution beobachtet werden.

  • Ergänzung von Antioxidantien

Die Umbauprozesse des Herzens bei einer Erkrankung sorgen für die vermehrte Bildung von freien Radikalen. Antioxidantien gelten als Fänger von freien Radikalen und können dadurch das Herz unterstützen.

  • Substitution von Carnitin

Carnitinmangel hat erwiesenermaßen bei manchen Rassen zu einer Herzveränderung geführt. Carnitin ist eine natürlich vorkommende Verbindung der Aminosäuren Methionin und Lysin. Ihr wird eine fördernde Eigenschaft des Muskelwachstums zugeschrieben.

  • Bei Bedarf Erhöhung des Kaliumgehaltes

Da einige der Medikamente zur Therapie von Herzerkrankungen langfristig eine Elektrolytverschiebung (vor allem Kalium ist hiervon betroffen) im Blut zur Folge haben, sollte der Kaliumgehalt angepasst werden. Meist ist eine Erhöhung notwendig.

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Was bewirken Chondroprotektoren?

Vor allem wenn unsere Hunde im fortgeschrittenen Alter sind, eine Arthrose entwickeln, sportliche Dauerbelastungen haben oder eine Gelenkproblematik aufweisen, werden Chondroprotektoren eingesetzt. Hierbei handelt es sich um Futterergänzungsmittel, die die Abnutzung der Gelenke vermindern und die Gelenkfunktion verbessern sollen.

Folgend ein kleiner Überblick über die bekanntesten Chondroprotektoren.

  • Glucosamin

Hierbei handelt es sich um einen natürlich vorkommenden Aminozucker, der Bestandteil des Bindegewebes, des Knorpels und der Gelenkflüssigkeit ist.

Beim ‘Knorpelschutz’ liegt die Vermutung zu Grunde, dass das zugeführte Glucosamin in den Knorpel mit eingebaut wird. Bei leichter bis mittelschwerer Arthrose sollen Beschwerden, wie Gelenksteifigkeit, Gelenkschwellungen und Schmerzen nach einer Ruhephase, gelindert werden. Diverse Studien in der Humanmedizin haben einen knorpelschützenden Effekt, jedoch keine schmerzlindernde Wirkung, gezeigt.

  • Chondroitinsulfat

Hierbei handelt es sich um ein biologisches Makromolekül, das ein wichtiger Bestandteil des Knorpelgewebes und für dessen Widerstand bei Kompression zuständig ist.

Chondroitin wird im Verdauungsprozess hauptsächlich zu Glucosamin und Glucuronsäure umgewandelt. Es wird überwiegend aufgrund seines ‘Knorpelschutzes’ und seiner topischen antiinflammatorischen Wirkung eingesetzt.

→ Glucosamin und Chondroitinsulfat werden meist zusammen eingesetzt.

  • Omega-3-Fettsäuren

Hierbei handelt es sich um ungesättigte Fettsäuren, die lebensnotwendig sind und nicht vom Körper selber produziert werden. Bei entzündlichen Krankheitsbildern mit Autoimmunkomponente wird ihnen eine Verminderung der entzündungsfördernden Mediatoren zugesagt. Somit gelten Omega-3-Fettsäuren als antiinflammatorisch.

  • Grünlipp-Muschel

Hierbei handelt es sich um eine Muschel, die in neuseeländischen Gewässern beheimatet ist und deren Wildbestände unter Schutz stehen. Die Muschel enthält unter anderem Glykosaminglykane, Mineralstoffe, Vitamine und Fette (Omega-3-Fettsäuren). Der Muschel wird nachgesagt, dass sie sich positiv auf die Gelenkflüssigkeitsbildung auswirkt und eine antiinflammatorische Wirkung besitzt.

Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln

In der Regel spricht nichts dagegen seinen Hund mit Nahrungsergänzungsmitteln zu unterstützen. Man sollte sich jedoch bewusst sein, dass solche Präparate nicht dem Arzneimittelgesetz unterliegen und deshalb auch keine positiv Studien für ihre Wirksamkeit vorlegen müssen. Von daher sollte man trotz allem vorher eine Absprache mit dem Tierarzt halten, um eine sinnvolle therapeutische Wirkung erzielen zu können.

 

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Hundefutter wechseln. Wie gehe ich am besten vor?

Es gibt einige Gründe, die einen Wechsel des Hundefutters erforderlich machen. Sei es vom Welpenfutter auf Adultfutter nach der Wachstumsphase oder die Umstellung auf ein Seniorfutter. Manchmal müssen wir ein Diätfutter einführen oder ein hochenergetisches Futter nehmen, aufgrund von Untergewicht.

Wenn wir das Hundefutter unserer Vierbeiner wechseln möchten, gibt es einige Dinge zu beachten, um keine Verdauungsprobleme, wie zum Beispiel Durchfall oder Erbrechen, hervorzurufen.

Wie sollte die Futterumstellung erfolgen?

Um die Darmflora des Hundes langsam an die neuen Futterzutaten zu gewöhnen, sollte die Umstellung auf das neue Futtermittel nach Möglichkeit langsam und schrittweise erfolgen.

Die ersten beiden Tage sollte die Ration aus 25% des neuen Futters und aus 75% des alten Futters bestehen. An Tag 3 und 4 kann 50% neues Futter unter die Ration gemischt werden. An Tag 5 und 6 75%, sodass an Tag 7 das neue Futter allein gefüttert werden kann.

Solltest du von einem kommerziellen Futter auf zum Beispiel BARF umstellen, empfiehlt es sich sogar eine längere Zeit der Umstellung einzuplanen.

Welche Probleme können auftreten?

Gelegentlich können Hunde das neue Futter ablehnen, weil sie es einfach nicht mögen oder weil sie das vorherige Futter lieber mochten. In manchen Fällen kann es helfen, die trockenen Hundekroketten einzuweichen, oder vielleicht ein beliebtes Leckerchen zu zerkleinern und dazu zu mischen.

In den ersten Wochen kann es sein, dass dein Hund häufiger Kot absetzt, sogar bis zu 5 mal am Tag. Das ist aber in der Anfangszeit völlig normal. Auch die Konsistenz kann etwas weicher als sonst sein und es kann auch zu Blähungen kommen.

Es kann natürlich trotz aller Vorkehrungen dazu kommen, dass dein Hund nach der Futterumstellung eine allergische Reaktion zeigt. Typisch für Futtermittelallergien sind hier Juckreiz, Rötungen, aber auch Durchfall und Erbrechen. Je nach Schwere der Symptome, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Dr. Karin Palmer
Tierärztin

Was ist BARF und kann ich meinen Hund so ernähren?

Was ist BARF?

Die Abkürzung BARF steht für mehrere Begriffe. Ursprünglich für „Born-Again Raw Feeders“, mittlerweile für „Bones And Raw Foods“ oder „Biological Appropriate Raw Food“ und im deutschen für „Biologisches Artgerechtes Rohes Futter“.

Die BARF Fütterung orientiert sich an den Fressgewohnheiten der Wölfe und basiert auf frischem oder tiefgekühltem Fleisch, Innereien und Knochen. Dabei ist es jedoch essentiell wichtig, dass alle Nährstoffe in der richtigen Menge in der Ration enthalten sind. Mit der simplen Fütterung von Fleischstücken ist es beim BARFen daher nicht getan, dies wäre unzureichend und führt oft genug zu Mangelerscheinungen. Hunde benötigen im Wachstum verschieden Mineralstoffe und es ist wichtig die Zusammensetzung und Mengen entsprechend des zunehmenden Körpergewichts und der Wachstumsphase richtig zu bestimmen.

Was für Gefahren birgt BARF?

Grundsätzlich sollte man bedenken, dass die Fütterung von rohem Fleisch sehr viel aufwändiger ist. Die einzelnen Bestandteile müssen abgewogen und im passenden Verhältnis miteinander gemischt werden. Sie werden jeden Tag frisch zubereitet.

Die Mangelerscheinungen wurden schon angesprochen. Es kann, des weiteren, durch die Aufnahme ungeeigneter Knochen, zu Zahnschäden und schweren Verstopfungen kommen.

Auch sollte man Bedenken, dass Hunde auch Salmonellen aus rohem Fleisch aufnehmen können. Sie erkranken zwar nicht häufig an Salmonellose, scheiden die Erreger aber unter Umständen über längere Zeiträume aus, was eine Gewisse Gefahr für den Menschen darstellen kann.

Es gibt mittlerweile auch selbst zusammengestellte BARF-Rationen, welche aber laut aktuellen Studien auch deutliche Defizite bei der Nährstoffversorgung aufweisen.

Fazit

Möchte man seinen Hund nach dem BARF Konzept ernähren, sollte man sich sehr intensiv mit dem Thema befassen. Es ist dringend zu empfehlen die Beratung eines spezialisierten Tierarztes in Anspruch zu nehmen, vor allem bezüglich der Rationsgestaltung.

Dr. Karin Palmer
Tierärztin

Die unendlichen Weiten der Hundeernährung

Wieso Hundefutter nicht gleich Hundefutter ist

Die Regale in den Tierläden bieten heutzutage eine enorme Auswahl an verschiedenen Futtern und oft wird die Wahl des Futters anhand der Werbung oder der Packungsaufmachung getroffen. Egal ob Trockenfutter, Nassfutter oder BARF ist das wichtigste Kriterium eine bedarfsgerechte Nährstoffzusammensetzung. Die Folgen einer fehlerhaften Fütterung sind meist erst in den späteren Jahren zu erkennen und dann oft nicht mehr behebbar.

Alter: vor allem bei Junghunden ist die Rassezugehörigkeit wichtig, da größere Hunderassen eine längere Zeit haben bis ihr Wachstum abgeschlossen ist und sie somit auch erst viel später ihr Endgewicht erreichen. Hierbei ist es wichtig, dass eine moderate Wachstumsgeschwindigkeit eingehalten wird, um Entwicklungsstörungen zu vermeiden. Eine Überversorgung von Energie oder Calcium kann beispielsweise zu dauerhaften Schäden im Knochenwachstum führen. Hier spielen unter anderem genetische Veranlagungen eine Rolle, jedoch könnte eine adäquate Fütterung eine Manifestation auch verhindern.
Bei Hunden im Seniorenalter verringert sich zum Beispiel meist der Energiebedarf, aber eine Unterstützung der Gelenke wäre indiziert.

Rasse: im direkten Vergleich haben kleine Hunderassen ein komplett anderes Nährstoffverhältnis nötig als Hunde größerer Rassen. Daher eignet es sich nicht dem 1kg Chihuahua das gleiche Futter wie einem 80kg Mastiff zu geben und versuchen das Ungleichgewicht über die Menge zu steuern. Hierbei würde es zu einer erheblichen Unter- bzw. Überversorgung an Nährstoffen kommen.
Klinische Symptome hierfür sind unter anderem Hautprobleme, Fellprobleme oder Blasensteine.

Aktivitätslevel: vom Familienhund bis zum Polizeihund gibt es verschiedene Aktivitäts- und Arbeitsgrade, die den Nährstoffbedarf beeinflussen. Auch hier hilft keine Regulierung über die Futtermenge, wenn die Energiekonzentration des Futters nicht dem Bedarf entspricht, wodurch wieder eine Über- bzw. Unterversorgung entsteht.

Gesundheit: Übergewicht und Blasensteine sind häufige Anzeichen einer fehlerhaften Fütterung, die gut hätte vermieden werden können, wenn das Futter dem jeweiligen Bedarf angepasst wäre. Andere Erkrankungen (Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Diabetes und viele andere) müssen meist mit Medikamenten behandelt werden, jedoch können sie auch oft fütterungstechnisch unterstützt werden und somit zu einer Entlastung des jeweiligen Organs oder des Stoffwechsels führen. Ebenso können genetisch bedingte Auffälligkeiten früh mit dem entsprechenden Futter unterstützt werden und im besten Falle eine Auswirkung auf dessen Entwicklung haben.

Unverträglichkeiten: hier spielen Futtermittelallergien eine große Rolle. Die Unverträglichkeit von bestimmten Bestandteilen im Futter kann zu vielen verschiedenen Symptomen wie Durchfall, Hautproblemen, starkem Juckreiz usw. führen. Dadurch wird die Auswahl des Futters nicht nur auf den Nährstoffbedarf ausgelegt sondern auch auf Zutaten, die keine allergische Reaktion auslösen.

Woher bekommt man Hilfe bei der Futterauswahl?

Um ein geeignetes Futter zu finden wird eine sogenannte Rationsberechnung angefertigt, hierbei werden alle Eigenschaften des Hundes (Alter, Rasse, Gesundheit etc.) berücksichtigt und der Bedarf eines jeden einzelnen Nährstoffes berechnet. Aufgrund dieser Ergebnisse kann ein geeignetes Futter empfohlen werden. Hierfür lohnt es sich den Tierarzt oder einen speziellen Fütterungsexperten aufzusuchen um später nicht eine böse Überraschung zu erleben.

Bei speziellen Fütterungsmodellen wie dem BARFen bieten Labore zudem noch ein sogenanntes BARF-Profil an, damit der Nährstoffbedarf durch eine Blutentnahme beim Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden kann.

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin