Mein Hund zieht an der Leine. Was kann ich tun?

Letztendlich ist doch das Ziel an der durchhängenden Leine spazieren zu gehen.

Hier versuchen wir dir ein paar Hilfestellungen zu geben, wenn dein Hund oft unkontrolliert an der Leine zieht.

Wie kann ich das wieder abtrainieren

Das lästige an der Leine ziehen abzutrainieren, erfordert viel Geduld und Konsequenz und bedarf oftmals eines langwierigen Trainings.

Warum? Der Hund zieht meist an der Leine um etwas zu erreichen, einen Geruch aufzunehmen. Das bedeutet jedes Mal wenn er an der Leine zieht und an etwas rankommt wirkt es selbstbelohnend. Deswegen praktizieren Hunde das Leinenziehen so gerne und deswegen fällt das abtrainieren so schwer.

Wichtig ist bei allen Trainingsmethoden, dass der Hund lernt: Bei meinem Besitzer ist es immer am Interessantesten. Bei meinem Besitzer gibt es ein cooles Spiel, ein super tolles Leckerchen. Es lohnt sich immer zu ihm zu gehen!

Anhalten

Sobald Spannung auf der Leine ist, bleib stehen und versuche die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Diese Methode ist zwar oft recht aufwändig und bedeutet, dass man zu beginn sehr häufig stehenbleiben muss. Wenn man aber den Dreh mal raushat, wirst du merken wie gut dein Hund auch auf Tempowechseln reagieren kann.

Klickertraining

Ist dein Hund an den Klicker gewöhnt ist das ein gutes Hilfsmittel um seine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken und vor allem die Belohnung sehr genau zu timen. Forderst du deinen Hund auf stehen zu bleiben und er tut es am anderen Ende der Leine, dann kannst du das sofort durch ein Klicken belohnen. Wenn du ihn erst zu dir rufst um ihn zu belohnen, assoziiert er das gerne mal mit einem anderen Verhalten.

Hilfsmittel

Es gibt natürlich auch eine Reihe von Hilfsmitteln, die dem Hund das Leineziehen abgewöhnen können. Hierzu sei aber gesagt, dass diese Hilfsmittel eine sanfte Führung benötigen. Es ist durchaus sinnvoll Hilfsmittel wie den „Gentle leader“, bei dem das Band um die Schnauze des Hundes geht oder das „Halti- Geschirr“ erst mit Hilfe eines erfahrenen Hundetrainers zu benutzen.

Auf gar keinen Fall

Viele Hundebesitzer korrigieren ihren Hund in dem sie mit einem kurzen, kräftigen Ruck an derLeine ziehen. Das sollte dringend vermieden werden. Zum einen kann es zu Verletzungen der Hals- oder Brustwirbelsäule kommen. Zum anderen ist dem Hund nicht klar welches Verhalten jetzt bestraft wird. Sie sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Leinenzug und dem heftigen Ruck an ihrem Hals.

 

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Intelligenztest: Diese Spiele fordern deinen Hund heraus

Das Forscherteam war begeistert wie lernwillig alle Teilnehmer waren. Die Hunde hatten also eindeutig auch Spaß an dem Test. Wieso dann nicht gleich als neue Spiele in den Alltag aufnehmen?

Hier einige Aufgaben aus dem IQ-Test. Vielleicht kann der ein oder andere ja auch deinem Hund daheim Spaß machen.

Hindernisparcours

Hierbei mussten die Hunde in einem Labyrinth Hürden überspringen oder umlaufen um an das Futter zu kommen. Hierbei konnten sie ihre räumliche Orientierung unter Beweis stellen. Das erinnert natürlich stark an den Agility Sport und kann sicherlich mit geringem Aufwand auch daheim organisiert werden. Ein Tunnel und ein paar kleine Hürden sind schnell angeschafft und der Hund kann sich austoben.

Suchspiele

Hierbei musste der Hund durch Zeigegesten das Futter finden. Auch das ist ein beliebtes Spiel das leicht daheim nachgespielt werden kann. Vor allem die Konzentration des Hundes wird hierbei gefördert. Achte darauf dass das Suchspiel zweckgebunden ist. Es motiviert den Hund natürlich viel mehr wenn er ein Leckerli suchen darf. Hunde mit einem starken Jagddrang sind eventuell etwas leichter für dieses Spiel zu begeistern.

Futter verstecken

Dieser Test zielte darauf hin dem Hund zu zeigen wo das Futter ist, und es dann aber so verstecken, dass der Hund überlegen muss wie es freizulegen ist. Daheim kann man erstmal einfach starten. Das Leckerli unter eine kleine Kiste legen, der Hund muss testen und überlegen wie er dran kommt. Lassen sie ihrer Fantasie freien Lauf. Dem Hund wird dieses Spiel nicht langweilig.

 

Der Intelligenztest zeigt dass einige Rassen cleverer sind als andere, aber auch einzelne Individuen innerhalb einer Rasse besser abschneiden. Auffällig war, dass die Hunde die ihre Aufgabe schnell bewältigen, meist auch richtiger waren als ihre unsicheren Artgenossen.

Egal ob du einen Klassenstreber daheim hast oder einen normal schlauen Hund. Diese Spiele machen allen Spass und fördern deinen Hund auf ganz Besondere Weise.

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Aufregung wenn es an der Tür klingelt: Tipps für einen entspannteren Hund

Ruhestörung durch Bellen gehört zu einem der Albträume von Hundebesitzern. Es nagt oft nicht nur an den Nerven der Nachbarn sondern auch an denen der Hundebesitzer. Um dem Problem auf die Schliche zu kommen, sollte zunächst einmal analysiert werden, aus welchem Grund genau der Hund beim Klingeln (Schritte im Hausflur) bellt. Die Ursachenforschung erfordert unzählige Feinheiten zu beachten, daher sollte man sich Hilfe bei fachkundigen Trainern/Tierärzten holen.

Erfahrungsgemäß ist der Grund häufig soziale Unsicherheit (alternative Gründe sind Aufregung, Stress oder erlerntes Verhalten). Nicht jeder Hund wirkt auch ängstlich, wenn er mit ‘mit vollen Hosen’ die Türe anbellt. Er befürchtet in dem Moment eine unbekannte Bedrohung und sollten die Schritte im Hausflur sich wieder entfernen, dann empfindet der Hund es oft als ‘erfolgreich in die Flucht geschlagen’.

Maßnahmen, die sich positiv auf das Verhalten auswirken

  • Handlungsalternative bieten

Bspw. den Hund auf seinen Platz, der idealerweise nicht unmittelbar bei der Türe liegt, schicken. Wichtig hierbei ist, dass vorher das Schicken auf den Platz mit positiver Bestärkung antrainiert worden ist. Dadurch verbindet der Hund mit seinem Platz etwas positives (z.B. Leckerlis) und auch Sicherheit.

  • Alternatives Handeln verlangen

Bspw. durch einen gefüllten Kong, Schnüffelteppich oder eine ähnliche ruhige Aktivität (Ballspiele sorgen eher für weiteres aufputschen). Hierfür kann dem Hund eine Leine angelegt werden, sodass er leichter in einen Nebenraum geführt werden kann. Wichtig hierbei ist, dass Abbruch und Alternativhandlung (beides!) vorher trainiert wird. Dadurch wird verhindert, dass der Hund den Kong als Belohnung für sein Bellen empfindet.

  • Klassische Gegenkonditionierung

Dadurch soll der Hund, der bereits auf seinem Platz liegt, lernen, dass nach dem Reizgeräusch immer etwas positives folgt. Dadurch soll das Bedrohliche einem positiven Gefühl weichen. Nutzen kann man dafür bspw. Leckerlis, Clicker oder Manners Minder.

Die Maßnahmen sind für jeden Hund unterschiedlich, daher hilft Fachpersonal ein Training auf die individuellen Bedürfnisse des Hundes zu schneidern. Training erfordert meist Disziplin und Ausdauer, nicht nur vom Hund sondern auch vom Besitzer.

Maßnahmen, die sich negativ auf das Verhalten auswirken

  • den Hund schimpfen

Viele Hunde beziehen das Schimpfen nicht auf sich, sondern sehen es als ‘Mitbellen’ des Besitzers, sodass es eher bestärkend wirkt. Dadurch wird der Stresspegel beim Hund gesteigert wodurch er noch mehr Schwierigkeiten beim Lernverhalten haben wird.

  • ‘nachschauen lassen’

Unsichere Hunde sollten nicht unter Zwang an ein Problem geführt werden. Der Hund wird dadurch auch nicht lernen, dass dort nichts war sondern das sein Bellen erfolgreich das Unbekannte in die Flucht geschlagen hat.

  • Ignorieren

Bei einem nach Aufmerksamkeit fordernden Hund kann es hilfreich sein, jedoch sollte ein unsicherer Hund eher Unterstützung bekommen.

  • Antibellhalsbänder

Prinzipiell ist alles verboten was dem Hund unbegründet Leid zuführt. Selbst bei Halsbändern, die ‘nur’ einen Luftstoß oder einen Ton abgeben besteht die Gefahr, dass unkontrollierte Fehlauslösungen (bspw. durch Schütteln oder Husten) stattfinden.

 

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Wie kann ich meinem Hund dabei helfen keine Angst vor dem Tierarzt zu haben?

Meist wird schon mit Grauem dem kommenden Tierarztbesuch entgegen geschaut. Welche Tiere werden diesmal im Wartezimmer sitzen, gibt es eine Spritze oder müssen die vollen Analbeutel ausgedrückt werden?

Wenn der letzte Besuch beim Tierarzt schon nicht ganz so glatt über die Bühne gegangen ist, dann sind vor allem Herrchen und Frauchen im vornherein besorgt und merken oft nicht wie stark sich das auf ihre Vierbeiner überträgt.

Aber sind wir doch mal ehrlich, wenn man zum Tierarzt muss, dann gibt es immer einen Grund. Leider sind die Gründe meist nicht ganz so toll. Bspw. die fällige Impfung steht an, das heißt es muss gepikst werden. Oder der Hund ist krank, vielleicht mit länger anhaltendem Durchfall, dann muss unter anderem die Körpertemperatur überprüft werden und wie passiert das? Natürlich im schon gereizten Hintern. Also sitzt man im Wartezimmer mit anderen gestressten Tieren, dem einen schmerzt die Pfote und dem anderen wird das vergammelte Brötchen, das beim Gassi gefunden wurde, mit mehrfachen Erbrechen bestraft. Sofern keine getrennten Wartezimmer vorhanden sind wird man obendrein noch von der gestressten Katze angefaucht. Das ist für die Hunde so wie für uns die Bohrergeräusche im Wartezimmer beim Zahnarzt, selbst wenn wir gar keine Beschwerde haben. Zu guter Letzt darf sich der Hund noch auf den Tisch setzen lassen, ein für ihn meist sehr ungewohnter Ort, sofern sein Lieblingsplatz zu Hause nicht der Esstisch ist.

Folglich ein paar Tipps wie man dem Hund ein bisschen das Unwohlsein nehmen und selber viel entspannter dem Tierarztbesuch entgegenblicken kann :

Ohne Termin zum Tierarzt

Damit der Hund nicht immer nur Negatives mit der Tierarztpraxis verbindet lohnt es sich immer mal wieder in der Praxis vorbei zu schauen ohne ins Behandlungszimmer oder auf den Tisch zu müssen. Die Mitarbeiter in der Praxis haben sicher ein Leckerli übrig oder man setzt den Hund kurz auf die Waage und belohnt ihn dann mit einem Leckerli. So lernt der Hund das nicht jeder Tierarztbesuch automatisch mit einer Spritze oder anderen unangenehmen Dingen verbunden sein muss.

Manipulationstraining zu Hause

Um den Hund an ein paar Handgriffe aus der allgemeinen Untersuchung beim Tierarzt zu gewöhnen hilft es, im Idealfall bereits ab Welpenalter, das zu Hause zu üben. Natürlich immer in Verbindung mit etwas Positivem wie bspw. einem Leckerli. Hierfür eignet sich der Blick in die Ohren, das Anheben der Leftze, das Öffnen des Mauls, das Anheben der Gliedmaßen/Pfoten und auch das allgemeine Festhalten um eine Untersuchung durchführen zu können.

Hilfreiche Kommandos

Bestimmte Kommandos können dem Hund helfen um mit mancher Situation stressfreier umgehen zu können. Bspw. muss keiner ‘zwangsweise’ Eingreifen wenn der Hund sich von selber hinlegt. Oder gewisse ‘Safe’-Kommandos, sodass der Hund sich bspw. zwischen die Beine des Besitzers setzt/stellt und somit an einen für ihn ‘beschützten’ Platz etwas zur Ruhe kommen kann. Ein Hundetrainer kann bei individuellen Kommandos zu Rate gezogen werden.

Maulkorb Training

Auch wenn der Hund unter normalen Umständen keinen Maulkorb braucht, kann immer wieder eine unvorhergesehene Situation (bspw. Schockzustand, sehr starke Schmerzen) entstehen, für die ein Maulkorb gebraucht wird. Teilweise für den Schutz der Beteiligten, aber auch zum Schutz für den Hund.

Eigenes Selbstbewusstsein

Der Hund orientiert sich immer an seinem Besitzer. Daher ist es wichtig den Hund nicht fälschlicherweise zu bemitleiden, sondern ihm zu zeigen, dass man die Situation unter Kontrolle hat. Die eigene Angst/Unsicherheit überträgt sich schnell auf den Hund und kann die Situation oft verschlechtern.

 

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Die Rolle der Ernährung bei Herzerkrankungen

Herzprobleme gehören zu den Erkrankungen, die häufig ältere Hunde betreffen, aber auch bei jungen Hunden auftreten. Als Auslöser werden meist genetische Prädispositionen, fortgeschrittenes Alter, bestimmte Medikamente, Infektionen (viral oder bakteriell), Toxine oder Stoffwechselerkrankungen gesehen. Jedoch zählt eine Fehlernährung ebenso als mögliche Ursache. Daher ist es wichtig immer darauf zu achten, dass der Hund von klein auf nach seinen individuellen Bedürfnissen gefüttert wird.

 

Der wichtige Einfluss des Gewichts bei Herzerkrankungen

Eine wichtige Rolle spielt die Erhaltung bzw. das Erlangen des Idealgewichtes, da sich sowohl Unter-, aber vor allem Übergewicht, signifikant auf das Krankheitsgeschehen auswirken. Zu den Symptomen, speziell bei fortgeschrittenen Krankheitsverlauf, gehört ein Gewichtsverlust,.Daher muss eine ausreichende Versorgung mit Energie gewährleistet sein.

Kleinere Portionen über den Tag verteilt sorgen dafür, dass der Magen nicht überfüllt wird, sich in den Brustraum ausdehnt und dort das Herz beeinträchtigt.

Bei übergewichtigen Hunden sollte kein erhöhter Energiebedarf gefüttert werden, sondern zügig das Idealgewicht angestrebt werden. Hierfür kann eine Ernährungsberatung vom Tierarzt hinzugezogen werden, da nicht jedes Futter bei Herzerkrankungen geeignet ist.

Die Ernährung bei Herzerkrankungen

Sobald eine Herzerkrankung diagnostiziert wird, sollte neben einer medikamentösen Therapie eine Anpassung des Futters stattfinden.

Bei Herzpatienten empfiehlt sich eine ‘spezielle Diät’, die dem veränderten Nährstoffbedarf nachkommt. Da die diätetische Therapie darauf hinaus zielt, das Herz zu entlasten und eine Verlangsamung des Krankheitsverlaufs zu unterstützen, kann eine Erhöhung der Lebenserwartung erzielt werden. Auf Folgendes sollte geachtet werden:

  • Natriumarme Ernährung

Bei Herzproblemen wird Natrium nicht mehr wie gewohnt ausgeschieden, sondern sammelt sich vermehrt im Körper an. Folglich kommt es zu Wasseransammlungen (Ödeme) und einer Veränderung des Blutdrucks. Beides kann ein Fortschreiten der Erkrankung begünstigen.

  • Zugabe von Taurin

Vor allem bei Hunden großer Rassen kommt es aufgrund eines Taurinmangels zu einer Abnahme der Herzleistung bzw. kann dieser Mangel mit einer Herzmuskelerkrankung einher gehen. Bei herzkranken Hunden konnte eine deutliche Verbesserung der klinischen Symptome und eine erhöhte Leistung des Herzens nach Taurinsubstitution beobachtet werden.

  • Ergänzung von Antioxidantien

Die Umbauprozesse des Herzens bei einer Erkrankung sorgen für die vermehrte Bildung von freien Radikalen. Antioxidantien gelten als Fänger von freien Radikalen und können dadurch das Herz unterstützen.

  • Substitution von Carnitin

Carnitinmangel hat erwiesenermaßen bei manchen Rassen zu einer Herzveränderung geführt. Carnitin ist eine natürlich vorkommende Verbindung der Aminosäuren Methionin und Lysin. Ihr wird eine fördernde Eigenschaft des Muskelwachstums zugeschrieben.

  • Bei Bedarf Erhöhung des Kaliumgehaltes

Da einige der Medikamente zur Therapie von Herzerkrankungen langfristig eine Elektrolytverschiebung (vor allem Kalium ist hiervon betroffen) im Blut zur Folge haben, sollte der Kaliumgehalt angepasst werden. Meist ist eine Erhöhung notwendig.

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Halsband oder Geschirr? Was ist besser?

Halsband oder Geschirr, was nehme ich denn um mit meinen Hund spazieren zu gehen? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten und hängt stark vom Ausbildungsstand deines Hundes ab.

Hundegeschirr

Ein gutes Geschirr muss in erster Linie passen, es sollte die Bewegungsfreiheit des Hundes nicht einschränken und möglichst leicht anzulegen sein. Der Ring zum Befestigen der Leine sollte auf gleicher Höhe enden wie der Bruststeg und dieser sollte am tiefsten Punkt des Brustkorbs liegen. Er darf auf keinen Fall zu eng sein. Wenn der Hund nach vorne zieht, tut ihm nichts weh, es gibt keine Verletzungsgefahr für Halsorgane und die Wirbelsäule ist keinem direkten Zug ausgesetzt. Man sollte allerdings bedenken, dass die Hunde auch kräftiger in so einem Geschirr ziehen können, weil sie sich mit ihrem ganzen Gewicht hineinhängen können.

Halsband

Es ist wichtig, dass ein Halsband breit genug ist. Als Faustregel gilt 1,5 mal so breit wie ein Halswirbel des Hundes (Dazu misst man den Abstand vom Kopf bis zum Widerrist und teil die Zahl durch 7). Das Halsband sollte so eng sein, dass der Hund nicht rauskommt. Es sollten allerdings immer noch 2 Finger reinpassen, damit das Halsband nicht zu eng ist. Ein einwirken auf das Halsband kann nicht als erzieherische Maßnahme angewandt werden, sondern dient lediglich dazu das Wegrennen des Hundes zu verhindern. Wenn dein Hund nicht leinenführig ist und er noch sehr oft ins Halsband springt oder sich reinhängt ist die Verletzungsgefahr der Halswirbelsäule sowie der Luftröhre recht groß. Zwar kann man über den sensibleren Hals den Hund besser oder leichter führen, allerdings geschieht dies dann mehr über Druck und das soll ja nicht primäres Ziel in der Hundeerziehung sein.

Zusammenfassend kann man sagen, dass ein Geschirr wesentlich schonender ist als ein Halsband aber die Einwirkung auf den Hund nicht sehr groß ist. Leinenführigkeit lernt der Hund am besten über ein Geschirr, sollte der Hund Kräftemäßig nicht zu halten sein, kann man in der Ausbildung auch eine Doppelführung über Geschirr und Halsband anwenden.

Eines sei hier noch mal ganz klar betont: Stachelhalsbänder und Endloswürger (egal aus welchem Material) sind laut Tierschutzgesetz (TierSchG §3 Nr. 5) in Deutschland verboten. Dem Hund werden schlichtweg Schmerzen zugefügt, man würgt den Hund und der Lerneffekt ist in einem solchen Moment, in dem der Hund einfach keine Luft bekommt, auch hinfällig.

 

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Mein Hund hat Angst vor anderen Hunden

dermatite nel bulldog francese

Wenn dein Hund noch schüchtern ist oder schon eine ausgeprägte Angst vor anderen Hunden hat, gibt es einige Dinge, die du beachten solltest.

Im Welpenalter

Gewöhne deinen Welpen, zum Beispiel im Rahmen einer Hundeschule, frühzeitig an den Umgang mit anderen Spielkameraden. Hast du einen von Natur aus schüchternen Hund, dann solltest du ihn nicht gleich mit den wildesten Hunden spielen lassen. Das überfordert ihn oftmals und macht ihm zunehmend Angst. Die meisten Welpen haben jedoch größte Freude mit Altersgenossen zu spielen und zu toben und entwickeln in der Regel keine Ängste.

Vorsicht ist jedoch bei Begegnungen mit ausgewachsenen Hunden geboten. Je nachdem wie diese auf deinen Welpen reagieren, kann es zu ersten schwierigen Situationen kommen. Eine liebevolle, positive Bestärkung und ein vorausschauendes Handeln sind hier immer von Vorteil.

Beim erwachsenen Hund

Hast du einen Hund, der schon eine ausgeprägte Angst hat oder sich schon Unwohl fühlt wenn ein Hund ihm entgegenkommt, ist einfühlsames und geduldiges Training angesagt. Als erstes solltest du viel mit positiver Bestärkung arbeiten. Wenn euch ein Hund beim Spaziergang begegnet, sei aufmerksam und reagiere schnell auf deinen Hund. Sieht er den anderen Hund und ist noch entspannt, belohne ihn. Auch wenn er zwar in gebührendem Abstand aber entspannt an ihm vorbei geht, bestärke ihn in seinem Verhalten.

Wenn du einen Schritt weiter gehen willst, suche dir einen positiven, freundlichen und gut sozialisierten Hund als Trainingspartner aus. So kann sich dein Hund langsam und ohne bedrängt zu werden an ihn gewöhnen. Beide Hunde sind erstmal an der Leine und können sich mit Abstand kennenlernen. Wenn beidseitiges Interesse besteht, dürfen sie sich annähern. Rede aufmunternd mit deinem Hund oder belohne ihn um ihm die Anspannung zu nehmen.

Wenn sich die Hunde sympathisch sind und du keinerlei Anzeichen von Unwohlsein oder Angst an deinem Hund siehst, darfst du beide Hunde von der Leine lassen. Das muss auf gar keinen Fall beim ersten Treffen passieren, gib deinem Hund die Zeit, die er braucht. Wichtig ist hierbei, dass der andere Hund sehr gut auf seinen Besitzer hört, so dass dieser ihn jederzeit zurück rufen kann, sollte sich dein Hund bedrängt fühlen.

Hast du einen Hund mit einer extremen, tief sitzenden  Angst, suche dir Hilfe bei einem guten Hundetrainer.

Und bedenke immer: Dein Hund musst nicht jeden Hund mögen und auch nicht mit jedem Hund spielen. Es ist aber einfach schön, wenn er sich wohl und sicher fühlt im Beisein von anderen Hunden.

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Wie entwickle ich einen Trainingsplan für meinen Hund?

Warum sollte ich meinen Hund trainieren?

Die Ausbildung ist wichtig, damit der Hund ausgeglichen und sozial ist. Verhaltensweisen werden durch Kommandos vermittelt – ein Training, das entweder vom Besitzer oder von anderen Fachleuten durchgeführt werden kann.

Sollten alle Hunde trainiert werden?

Ja, die Art und Intensität der Ausbildung variiert je nach dem gewünschten Ausbildungsgrad des Besitzers. Zum Beispiel sollte ein Familienhund einer Grundausbildung in Gehorsam unterzogen werden, um Selbstkontrolle zu erlernen und die Grundregeln des Hauses zu kennen und zu achten.

 

Welche Art von Ausbildung gibt es?

  • Individualisiertes Training / Lösung von Verhaltensproblemen;
  • Grundlegendes Gehorsam / Sozialisations-Training;
  • Fortgeschrittenes Gehorsam-Training;

Abhängig von der Art der Ausbildung, die du suchst, benötigst du möglicherweise Hilfe von einem Experten.

Wie programmiere ich einen Trainingsplan für meinen Hund?

Die Art und Weise, wie ein Hund trainiert wird, sollte auf Belohnung und positiver Unterstützung basieren und niemals auf Bestrafung. Du solltest versuchen das gewünschte Verhalten jeden Tag zu stärken, bis dein Hund es erlernt hat.Einige grundlegende Befehle solltest du deinem Hund beibringen:

 

  • Sitz:

  • Bleib:

  • Platz;
  • Zusammen an der Leine gehen;
  • Rückkehr, wenn der Besitzer ruft – Ruf;

 

Mein Hund kommt nicht wenn ich ihn rufe

Belohne jedes Zurückkommen

Das übliche Rückruftraining ist meist: Rufen – Hund kommt – Belohnen. Dabei kann es schon helfen den Hund auch zu belohnen wenn er nur zufällig zu dir kommt.

Belohnungen sind eine tolle Sache und wenn dem Besitzer, dass Zurückkommen wichtig ist, sollte es auch dementsprechend belohnt werden. Achte auch darauf deinen Hund nicht nach jedem zurückrufen direkt anzuleinen. Das wird er sich schnell merken und lieber noch eine Runde drehen bevor der Spaß vorbei ist.

Bringe Abwechslung rein

Denke auch manchmal daran die Art der Belohnung zu ändern. Deinem Hund immer das gleiche Super-Leckerli zu geben, wird auf Dauer nicht funktionieren, weil er es irgendwann eventuell nicht mehr als Belohnung ansehen wird. Also überlege dir wie du Abwechslung reinbringen kannst. Vielleicht ein Wurf-, Versteck- oder Suchspiel mit einem Leckerchen.

Beginne mit einfachen Rückrufen

Überlege dir zu Beginn des Rückruftrainings in welchen Situationen dein Hund leicht zu dir kommt. Also wann lässt er sich leicht ablenken und reagiert deshalb gut auf den Rückruf? Unsere Hunde wollen uns oft gefallen und es fällt ihnen leichter zu uns zu kommen, wenn nicht gerade ein Hase ihren Weg kreuzt. Das würde Frustration auf beiden Seiten geben. Trainiere deshalb gezielt von „wenig Ablenkung“ auf „viel Ablenkung“.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist den Hund nicht ständig zu rufen und in seinem „Hund sein“ zu unterbrechen. Lasse deinem Hund Zeit in seiner Welt, damit er das tun kann, was ein Hund gerne tut, zum Beispiel schnüffeln und die Welt erkunden. Natürlich nur wenn es die Umgebung zulässt. Eine lange Schleppleine ist hierbei ein gutes Hilfsmittel. Gleichzeitig, sollte man die Ansprache des Hundes immer zu etwas Angenehmen machen.

Dein Hund soll lernen, dass der Spaß erst richtig los geht wenn er zu dir zurückkommt.

Dr. Karin Palmer
Tierärztin

Mein Hund bellt Jogger und Radfahrer an

Auch dieses Problem kennt man, ob als Jogger oder Hundebesitzer. Immer mal wieder begegnet man einem Hund, der an der Leine zerrt, bellt und hinterher will.

Häufig ist dieses Verhalten bei Hütehunden oder Jagdhunden zu beobachten. Gerade diese Hunderassen reagieren extrem auf einen Bewegungsreiz, was ja in ihrer ursprünglichen Nutzung durchaus von Vorteil war. Nun aber nicht mehr so gern gesehen wird.

Was kann ich tun?

Wenn du einen Welpen daheim hast, ist es das beste du übst mit ihm von klein auf. Egal wer an euch vorbeikommt, seien es Spaziergänger, Kinder oder Jogger. Gehe einen Schritt auf die Seite, mache deinen Welpen auf dich aufmerksam und lobe oder belohne ihn, wenn er bei dir bleibt.

Wiederhole das zu Beginn bei jedem Spaziergang und dein Hund wird sich leicht an Dinge gewöhnen, die schnell oder langsam an ihm vorbeikommen.

Mein Hund jagt bereits Joggern hinterher

Hast du bereits einen Hund, der bellt oder dem Radfahrer hinterher will, ist es das beste du startest mit einem richtigen Training. Vielleicht kann ein Bekannter zunächst langsam auf einem Fahrrad vorbeifahren. Einige Hunde finden es einfach komisch, wenn etwas in großem Tempo an ihnen vorbeikommt. Rufe den Hund, mache ihn auf dich aufmerksam und lobe ihn ausgiebig. Zu Beginn eventuell schon wenn er dich nur anschaut.

Ziel ist es natürlich, dass dein Hund irgendwann ganz entspannt bei dir bleibt und sich auf dich konzentriert, ohne zu bellen oder an der Leine zu ziehen. Auch hier gilt wie bei jedem Training – üben, üben, üben. Bei jedem Spaziergang und jedem Läufer oder Radfahrer rufe deinen Hund rechtzeitig in die Aufmerksamkeit und loben ihn, wenn er es gut macht. Wiederhole die Übung oft bzw. immer mal wieder, auch wenn dein Hund sich schon brav gegenüber Joggern oder Radfahrern verhält.

Dr. Karin Palmer
Tierärztin