Wie bekomme ich meinen Welpen stubenrein?

Kommt ein Hund neu in die Wohnung muss er erstmal seine Umgebung kennenlernen. Er findet heraus wo es Fressen gibt und wo sein Schlafplatz ist und diese beiden Orte werden in der Regel nicht verunreinigt. Beobachte deinen Welpen, dann wirst du schnell erkennen wann er sich erleichtern möchte. Meist werden sie etwas unruhig, schnüffeln herum und laufen um ihre eigene Achse oder auch manchmal zur Tür.

Regelmäßiges Rausgehen

Gewöhne dir an mit deinem Welpen immer nach dem Schlafen, nach dem Fressen und wenn ihr gespielt habt nach draußen zu gehen. Unabhängig davon ob du glaubst dein Hund müsste oder nicht! Natürlich gehe auch immer mal wieder dazwischen raus (ca. alle 2 Stunden), ein Welpe kann noch nicht so lange einhalten und muss auch das noch trainieren.

Wenn er dann sein Geschäft verrichtet, darfst du ihn angemessen loben, sowohl mit Stimme, als auch gerne mit Leckerchen. Bei dem Loben achte lediglich darauf den Hund nicht zu erschrecken, da manche Hunde dann aufhören zu pinkeln.

Ein Kommando zum Lösen

Du kannst deinem Hund jedes Mal einen festen Platz anbieten oder auch ein Kommando geben, damit er sich löst. Also jedes Mal, wenn der Hund gerade sein Geschäft erledigt, sage ein bestimmtes Wort (z.B. „Mach“ o.ä.) und gebe ihm danach ein Leckerchen. So kann sich der Hund jedes Mal auf dieses Kommando erleichtern.

Auch nachts müssen Welpen noch öfter raus. Deshalb bietet es sich an das Hundebett in die Nähe des eigenen Bettes zu stellen, so bekommst du schneller mit, wenn der Hund unruhig ist.

Bitte nicht schimpfen

Das Wichtigste überhaupt ist, den Hund niemals zu bestrafen, wenn er in die Wohnung gemacht hat. Wische wortlos die Pfütze auf und schimpfe bitte nicht mit deinem Welpen. Die Nase in die Pfütze zu drücken ist veraltet, bringt nichts und sollte nirgendwo mehr beschrieben werden. Bedenke, dass ein Welpe wie ein Menschenbaby noch keinen richtigen Bezug zu einer vollen Blase hat und wenn er muss, es einfach nicht halten kann.

Dr. Karin Palmer
Tierärztin

Die unendlichen Weiten der Hundeernährung

Wieso Hundefutter nicht gleich Hundefutter ist

Die Regale in den Tierläden bieten heutzutage eine enorme Auswahl an verschiedenen Futtern und oft wird die Wahl des Futters anhand der Werbung oder der Packungsaufmachung getroffen. Egal ob Trockenfutter, Nassfutter oder BARF ist das wichtigste Kriterium eine bedarfsgerechte Nährstoffzusammensetzung. Die Folgen einer fehlerhaften Fütterung sind meist erst in den späteren Jahren zu erkennen und dann oft nicht mehr behebbar.

Alter: vor allem bei Junghunden ist die Rassezugehörigkeit wichtig, da größere Hunderassen eine längere Zeit haben bis ihr Wachstum abgeschlossen ist und sie somit auch erst viel später ihr Endgewicht erreichen. Hierbei ist es wichtig, dass eine moderate Wachstumsgeschwindigkeit eingehalten wird, um Entwicklungsstörungen zu vermeiden. Eine Überversorgung von Energie oder Calcium kann beispielsweise zu dauerhaften Schäden im Knochenwachstum führen. Hier spielen unter anderem genetische Veranlagungen eine Rolle, jedoch könnte eine adäquate Fütterung eine Manifestation auch verhindern.
Bei Hunden im Seniorenalter verringert sich zum Beispiel meist der Energiebedarf, aber eine Unterstützung der Gelenke wäre indiziert.

Rasse: im direkten Vergleich haben kleine Hunderassen ein komplett anderes Nährstoffverhältnis nötig als Hunde größerer Rassen. Daher eignet es sich nicht dem 1kg Chihuahua das gleiche Futter wie einem 80kg Mastiff zu geben und versuchen das Ungleichgewicht über die Menge zu steuern. Hierbei würde es zu einer erheblichen Unter- bzw. Überversorgung an Nährstoffen kommen.
Klinische Symptome hierfür sind unter anderem Hautprobleme, Fellprobleme oder Blasensteine.

Aktivitätslevel: vom Familienhund bis zum Polizeihund gibt es verschiedene Aktivitäts- und Arbeitsgrade, die den Nährstoffbedarf beeinflussen. Auch hier hilft keine Regulierung über die Futtermenge, wenn die Energiekonzentration des Futters nicht dem Bedarf entspricht, wodurch wieder eine Über- bzw. Unterversorgung entsteht.

Gesundheit: Übergewicht und Blasensteine sind häufige Anzeichen einer fehlerhaften Fütterung, die gut hätte vermieden werden können, wenn das Futter dem jeweiligen Bedarf angepasst wäre. Andere Erkrankungen (Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen, Diabetes und viele andere) müssen meist mit Medikamenten behandelt werden, jedoch können sie auch oft fütterungstechnisch unterstützt werden und somit zu einer Entlastung des jeweiligen Organs oder des Stoffwechsels führen. Ebenso können genetisch bedingte Auffälligkeiten früh mit dem entsprechenden Futter unterstützt werden und im besten Falle eine Auswirkung auf dessen Entwicklung haben.

Unverträglichkeiten: hier spielen Futtermittelallergien eine große Rolle. Die Unverträglichkeit von bestimmten Bestandteilen im Futter kann zu vielen verschiedenen Symptomen wie Durchfall, Hautproblemen, starkem Juckreiz usw. führen. Dadurch wird die Auswahl des Futters nicht nur auf den Nährstoffbedarf ausgelegt sondern auch auf Zutaten, die keine allergische Reaktion auslösen.

Woher bekommt man Hilfe bei der Futterauswahl?

Um ein geeignetes Futter zu finden wird eine sogenannte Rationsberechnung angefertigt, hierbei werden alle Eigenschaften des Hundes (Alter, Rasse, Gesundheit etc.) berücksichtigt und der Bedarf eines jeden einzelnen Nährstoffes berechnet. Aufgrund dieser Ergebnisse kann ein geeignetes Futter empfohlen werden. Hierfür lohnt es sich den Tierarzt oder einen speziellen Fütterungsexperten aufzusuchen um später nicht eine böse Überraschung zu erleben.

Bei speziellen Fütterungsmodellen wie dem BARFen bieten Labore zudem noch ein sogenanntes BARF-Profil an, damit der Nährstoffbedarf durch eine Blutentnahme beim Tierarzt regelmäßig kontrolliert werden kann.

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Was ist wenn mein Hund Durchfall hat?

Wenn der Hund ein einzelnes Mal oder sehr selten nur Durchfall zeigt, dann ist das noch kein Grund zur Beunruhigung. Durchfall (auch Diarrhoe genannt) ist ein Symptom, das selbst keine Krankheit ist. Unterschieden wird meist akuter Durchfall und chronischer Durchfall. Es gibt viele verschiedene Formen wie der Kot aussehen kann: normale Farbe mit breiiger oder stark verflüssigter Konsistenz, wässrig, mit Blutbeimengungen, Veränderungen in der Farbe (grünlich, schwarz), mit Schleimbeimengung oder Schleimhülle, Brechdurchfall, usw. Zudem verändert sich oft die Häufigkeit und/oder die Menge des Kotabsatzes.

Welche Ursachen kann Durchfall haben?

Für Durchfall kommen viele Ursachen in Frage, unter anderem:

  • Futter, bspw. Unverträglichkeiten, zu kalte Temperatur, Hygieneprobleme oder eine zu schnelle Futterumstellung
  • Infektion des Magen-Darm-Trakts, bspw. Parvovirus
  • Parasiten, bspw. Würmer, Kokzidien oder Giardien
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Erkrankungen der inneren Organe, bspw. Bauchspeicheldrüse oder Niere
  • Vergiftungen, bspw. Giftköder oder Pflanzen
  • Autoimmun bedingte Erkrankungen, bspw. IBD
  • Partielle Obstruktionen, bspw. durch einen Fremdkörper
  • Psychologische Ursachen, bspw. Stress oder Angst

Was muss man bei Durchfall beachten?

Die allgemeinen Folgen von Durchfall sind in erster Linie der Verlust von Flüssigkeit, wodurch es zur Dehydration (Austrocknung) kommen kann. Des Weiteren kommt der Verlust von Nährstoffen hinzu ,wodurch ein entsprechender Mangel verursacht wird. Bei länger andauerndem Durchfall oder wenn es sich um Durchfall beim Welpen/ Junghund handelt ist vermehrt Vorsicht geboten, da es sich hier schnell zu einem tiermedizinischen Notfall entwickeln kann. Vor allem Welpen haben deutlich weniger Reserven als erwachsene, sonst gesunde Hunde.

Wenn auch beim erwachsenen Hund der Durchfall anhält oder allgemein Unsicherheit herrscht, dann sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Wenn möglich kann man vorher von 3-5 Kotabsätzen bereits eine Kotprobe sammeln und diese mit zum Tierarzt nehmen. Der Tierarzt ermittelt aufgrund der Vorgeschichte eine geeignete Therapie und rät je nach Bedarf zu weiterer Diagnostik wie Röntgen, Parasitenuntersuchung, Ultraschall, etc. Zudem wird die jeweilige Therapie häufig mit einer Schonkost und dem Wiederaufbau der Darmflora begleitet, je nach Zustand des Hundes kann auch ein Fastentag eingelegt werden.

Was kann man selber zur Prophylaxe beitragen?

Generelle gilt für den Hundebesitzer vermehrte Aufmerksamkeit beim Spazieren gehen, vor allem wenn der Hund dazu neigt aufgefundene Futterreste zu verspeisen oder aus Pfützen zu trinken. Hierbei können Leinenführung und manchmal sogar ein Maulkorb helfen. Auch zu Hause oder im Garten sollten sich keine Pflanzen befinden, die der Hund fressen könnte auch wenn diese nicht als giftig eingeschätzt werden.
Ebenso sollte beim Füttern auf eine gewisse Grundhygiene geachtet werden, hierbei helfen Futternäpfe, z.B. aus Edelstahl, die regelmäßig gewaschen werden. Wenn möglich sollte man vermeiden den Hund aus ‘gemeinsamen Näpfen’, z.B. auf Raststätten, trinken und fressen zu lassen.

Zudem sollte das Futter entsprechend der Beschriftung gelagert werden. Bei einer Futterumstellung sollte immer darauf geachtet werden, dass diese langsam von statten geht und das neue Futter allmählich unter das alte Futter gemischt wird, sodass sich der Magen-Darm-Trakt langsam daran gewöhnen kann.

Regelmäßiges Entwurmen, nach Rücksprache mit dem Tierarzt, könnte einen Parasitenbefall verhindern.

Dr. Catherine Scherm
MRCVS, Kleintierärztin