Schmerzerkennung beim Hund

Als Tierärzte genauso wie als Besitzer stellen wir uns immer die Frage, hat mein Tier Schmerzen? Die Tatsache, dass Tiere sich nicht verbal äußern können, stellt keine Einschränkung ihres Schmerzempfindens dar. Jeder Schmerz wird von deinem Hund wahr genommen und er zeigt eine Reaktion meist nur durch eine kleine Verhaltensänderung. Von chronischem Schmerz spricht man, wenn der Schmerz zur sensorischen Entwicklung wird und begleitende Entzündungen oder Veränderung im Nervensystem verursacht.

Wie verhält sich ein Hund der Schmerzen hat?

Bei einem akutem Schmerz hört man Hunde oftmals schreien oder jaulen. Das ist aber deutlich seltener, als der schleichend einsetzende oder der chronische Schmerz. Kommt der Schmerz aus einer Gliedmaße, dann erkennt man oft eine Schonhaltung. Zittern, häufiges belecken und knabbern bestimmter Körperstellen. Weicht dein Hund aus bei Berührung oder zeigt er Aggressivität? Zieht er sich häufiger als gewohnt oder plötzlich vermehrt zurück? Atmet er schneller oder hechelt mehr? Frisst er sein Fressen noch? Alle diese Fragen können als Hilfestellung bei der Beurteilung des Allgemeinbefindens deines Hundes sein.

Wie sieht ein Hund aus der Schmerzen hat?

Ein gesenkter Kopf und hängende Ohren sind oft das typische Schmerzgesicht des Hundes. Je nachdem  wo der Schmerz ist, kann der Hund einen hochgezogenen, verspannten Bauch haben, die Rückenmuskulatur kann verhärtet sein und die Rute ist eingeklemmt. Das Aufstehen fällt ihnen schwer und sie stehen oft steif da. Generell zeigen sie einen ängstlichen, bzw. traurigen Gesichtsausdruck.

 

Die Schmerzäußerungen beim Hund sind vielfältig und oft sehr subtil. Gut zu wissen ist auch, dass es gewisse Anzeichen gibt, die auf Schmerzen hindeuten können, aber auch schon erste Symptome einer Erkrankung sein können. Zum Beispiel kann starkes Speicheln beim Hund Zeichen für Fremdkörper oder Übelkeit sein, aber auch für Unwohlsein und eben Schmerz. Fällt dir bei deinem Hund ein Verhalten auf, dass dich stutzig macht oder dich verunsichert, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen. Auf keinen Fall solltest du deinen Hund selbst therapieren. Viele Schmerzmittel die für den Menschen sind, führen beim Hund zu Vergiftungen. Es gibt mittlerweile auch für Hunde die verschiedensten Schmerzmittel für die unterschiedlichen Erkrankungen, deshalb ist eine Selbstmedikation oftmals sinnlos und führt auch nicht unbedingt zu einer langfristigen Besserung.

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Appetitlosigkeit – wenn der Hund nicht frisst

Aus vielen Gründen kann es dazu kommen, dass der Hund nicht wie gewohnt frisst oder sogar das Fressen verweigert. Nicht jede Ursache ist bedenklich. Wichtig ist trotzdem, dass der Hund jederzeit ausreichend Zugang zu frischen Wasser hat. Sollten jedoch weitere Symptome, wie Erbrechen, Durchfall, Mattigkeit, blasse Schleimhäute, Fieber, etc., hinzu kommen, dann ist es notwendig einen Tierarzt aufzusuchen.

 

Folgend eine Aufzählung möglicher Ursachen

  • Psychische Ursachen: Manche Hunde sind sehr sensibel, sodass beispielsweise die Abwesenheit der Bezugsperson einen erhöhten Trennungsstress verursacht. Dadurch kommt es oft auch zur Appetitlosigkeit. Weitere Auslöser: Stress (Umzug, laute Musik, etc.), Pubertät, Läufigkeit, Scheinträchtigkeit 

 

  • Medizinische Ursachen: Vor allem wenn weitere Symptome wie Fieber oder Erbrechen zur Appetitlosigkeit hinzu kommen, dann kann der Grund durchaus schwerwiegender sein. Daher ist hier ein Tierarztbesuch angeraten.

Mögliche Ursachen sind: Verdauungsproblem, hormonelle Dysfunktionen (bspw. Schilddrüsenfehlfunktion), Organerkrankungen (bspw. Niereninsuffizienz), Fremdkörper im Magen oder Darm (bspw. Ball, Maiskolben,etc.), Vergiftungen, Probleme in der Maulhöhle (bspw. Zahnschmerzen, Entzündungen)

 

  • Zunehmendes Alter: Es kommt durchaus vor, dass Hunde fortgeschrittenen Alters eine verminderte Geruchsempfindung haben. Daher können sie das Futter schlechter riechen und möchten es dann nicht fressen. Hierbei kann helfen das Futter zu erwärmen, damit die Geruchsstoffe verstärkt freigesetzt werden.

 

  • Wetterbedingte Appetitlosigkeit: Vor allem zu heißes Wetter sorgt dafür dass Hunde weniger Hunger haben. Vor allem bei hohen Temperaturen ist es dringend notwendig ausreichend frisches Wasser zur Verfügung zu stellen.

 

  • Zahnwechsel: Jungen Hunden steh der Zahnwechsel ab ca. dem 4. Lebensmonat bevor. Auch wenn manchen Hunden nichts anzumerken ist kann es bei einigen Welpen, die sonst recht gefräßig sind, dazu kommen, dass das Futter nicht mehr angerührt wird. Manchmal hilft es das Futter etwas in Wasser einzuweichen um eine weichere Konsistenz zum leichteren Kauen zu erwirken.

 

  • Futter ad libitum: Wenn dem Hund sein gefüllter Napf den ganzen Tag zur Verfügung steht, dann kann es sein, dass er sich das Futter gut einteilt und dadurch nur frisst wenn er Hunger hat. Sollte einer oder mehrere Familienmitglieder immer wieder zwischendurch versucht sein Leckerlis oder Tischreste zu verfüttern, dann kann das auch ein Grund sein wieso der Hund sein eigenes Fressen nicht mehr anrührt.

 

  • Mäkeliges Fressverhalten: Egal, ob das mäkelige Fressverhalten vielleicht mehr oder weniger aus versehen antrainiert wurde, kann es häufig zur Verzweiflung vom Besitzer führen.

 

Tipps um dem Verhalten entgegen zu wirken:

  • Futternapf nicht herumstehen lassen: selbst wenn der Hund nicht aufgefressen hat wird der Napf kommentarlos weggestellt und später erneut angeboten.
  • Den Hund immer in Ruhe fressen lassen
  • Kein ständiger Futterwechsel und keine Tischreste: dadurch lernt der Hund erst gar nicht, dass er wählerisch sein kann
  • Leckerlis vermeiden: dadurch soll auch der Bettelversuch des Hundes eingestellt werden, sodass er sich nicht an den Leckerlis satt fressen kann
  • Futterakzeptanz erhöhen: bspw. durch das Erwärmen des Futters steigt der Geruch und wirkt leckerer für den Hund

 

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

 

Krallen schneiden: Ja oder Nein?

Hunde, die sehr aktiv sind und zum Beispiel viel laufen oder buddeln, nutzen sich ihre Krallen regelmäßig ab. Ältere Hunde oder Hunde, die nicht so aktiv sind und mehr auf dem Arm ihrer Besitzer leben, als auf dem Boden, müssen in der Regel die Krallen gekürzt bekommen.

Werden die Krallen zu lang, kann das das ganze Gangbild des Hundes verändern und so Auswirkungen auf den Bewegungsapparats haben. Ein falsches Abrollen der Zehe kann zu Schmerzen führen, zudem können sich Hunde beim Kratzen selbst verletzen. Manchmal wachsen Krallen auch ein.

 

Wann und wie sollten die Krallen gekürzt werden?

In der Regel gilt: Berühren die Krallen deines Hundes beim Stehen den Boden sind sie zu lang und müssen geschnitten werden. Es gibt spezielle Krallenscheren, diese haben eine runde Schnittfläche, um gleichmäßigen Druck auszuüben. Du solltest das Pfotehalten ein paar mal üben und belohnen. Viele Hunde lassen sich nicht gerne an den Pfoten anfassen, viele sind kitzelig, deshalb sind Wiederholungen dieser Übungen sehr wichtig. Wenn dein Hund sich daran gewöhnt hat, halte die Pfote des Hundes gut mit einer Hand fest und setzen sie die Kallenschere mit der anderen Hand an einer Kralle an. Achte darauf, nicht zu viel auf einmal wegzuschneiden. Sind die Krallen hell, kann man die Blutgefäße gut sehen, bei dunklen Krallen wird das schwieriger. Fühlst du dich in dieser Situation nicht wohl, bitte deinen Tierarzt das Krallenschneiden zu übernehmen.

 

Was ist die sogenannte Wolfskralle?

Manche Hunderassen besitzen eine Wolfskralle oder Afterkralle, an der Innenseite der Hinterläufe. Das Pendant beim Menschen wäre der große Zeh. Die Wolfskralle hat keine Funktion und muss gerade deswegen besonders gepflegt werden. Beim Rennen durch den Wald oder losen Untergrund können sich Stöcke und Äste unter die Kralle setzen und Schmerzen verursachen. Diese Kralle sollte auf jeden Fall regelmäßig geschnitten werden, weil sie sonst einwachsen kann. Das Entfernen der Wolfskralle ist in Deutschland laut Tierschutzgesetz verboten.

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Scheinträchtigkeit

Meist klingen die Symptome von selber ab, sodass keine tierärztliche Behandlung notwendig ist.

Scheinträchtigkeiten können bei allen Hündinnen auftreten. Häufig muss man sich darauf einstellen, dass bei den nachfolgenden Läufigkeiten wieder Symptome auftreten.

Wichtig ist zu wissen, dass eine Scheinträchtigkeit ein natürlicher Vorgang ist und kein krankhafter Prozess.

Symptome die auf eine Scheinträchtigkeit hinweisen

Die Ausprägung der Symptome variiert von Hündin zu Hündin. Neben körperlichen Veränderungen können auch Veränderungen im Verhalten beobachtet werden.

  • Körperliche Veränderungen:

geschwollenes Gesäuge/Zitzen, warmes Gesäuge, Milchproduktion, vergrößerter Bauchumfang, Druckschmerz am Gesäuge löst Leckverhalten aus

  • Veränderungen im Verhalten:

Lustlosigkeit (manchmal sogar depressiv), erhöhte Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Nestbauverhalten, vermehrt anhänglich, Spielzeuge/Hausschuhe/etc. Werden zum Nest getragen und ‘beschützt’ (bewacht und verteidigt), aggressives Verhalten (oft bei anderen Hündinnen)

Maßnahmen bei einer Scheinträchtigkeit

  • Trächtigkeit ausschließen:

Sollte man sich nicht sicher sein sollte man beim Tierarzt abklären lassen, ob eine tatsächliche Trächtigkeit vorliegt.

  • Lecken verhindern:

Da die Hündinnen dazu neigen, dem Druckschmerz am Gesäuge mit Lecken entgegen zu wirken ist es wichtig sie davon abzuhalten. Ansonsten kann es zur Beschädigung der Hautbarriere und dadurch zu Entzündungen kommen. Als Leckschutz eignen sich T-Shirts, Bodys oder auch Halskragen.

  • Zitzen ruhen lassen:

Auf keinen Fall sollte die Milch aus den Zitzen gedrückt werden, denn dadurch wird die Milchproduktion angeregt. Daher sollte man das Gesäuge in Ruhe lassen.

  • Vermehrtes Ablenken:

Durch lange Spaziergänge oder ausgiebiges Spielen kann man versuchen die Hündin ab zu lenken. Je nach Ausprägung der Symptome ist das manchmal nicht machbar. Vielleicht hilft dann ein gut gefüllter Kong für etwas Abwechslung.

  • Spielzeug wegräumen:

Da das Spielzeug häufig als Welpenersatz von der Hündin genommen wird, hilft es das Spielzeug nicht herumliegen zu lassen. Dem Spielen selber steht nichts im Wege, nur verhindert das Herumliegen weiteren Stress für die Hündin ihre ‘Welpen’ wieder einsammeln zu müssen.

  • Aggressives Verhalten:

Bei aggressiven Verhalten ist es wichtig ein geeignetes Training zu starten bevor das Verhalten aus dem Ruder gerät. Hierzu kann man sich Rat beim Tierarzt oder beim Hundetrainer holen.

Wann muss der Tierarzt doch noch besucht werden?

  • Versorgung von Symptomen:

Sobald das Gesäuge vermehrt warm, gerötet, knotig wirkt oder blutig/eitriges Milchsekret aus den Zitzen kommt sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Diese Anzeichen sind Hinweise auf eine Gesäuge-Entzündung, eine sogenannte Mastitis.

  • Medikamentöse Therapie:

Sollte die Hündin zu stark an den Symptomen ihrer Scheinträchtigkeit leiden (tiefe Depression, starke Aggressivität, etc.) kann es zum Einsatz von Prolaktin-Hemmern kommen. Diese werden ausschließen nach Absprache mit dem Tierarzt verabreicht. Die Behandlung mit homöopathischen Mitteln ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

  • Kastration:

In individuellen Fällen kann man sich für eine Kastration entscheiden. Hierbei berät der Tierarzt im vornherein über die Vor- und Nachteile. Eine Kastration sollte erst in der hormonellen Ruhephase, dem Anöstrus, stattfinden.

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Mein Hund zieht an der Leine. Was kann ich tun?

Letztendlich ist doch das Ziel an der durchhängenden Leine spazieren zu gehen.

Hier versuchen wir dir ein paar Hilfestellungen zu geben, wenn dein Hund oft unkontrolliert an der Leine zieht.

Wie kann ich das wieder abtrainieren

Das lästige an der Leine ziehen abzutrainieren, erfordert viel Geduld und Konsequenz und bedarf oftmals eines langwierigen Trainings.

Warum? Der Hund zieht meist an der Leine um etwas zu erreichen, einen Geruch aufzunehmen. Das bedeutet jedes Mal wenn er an der Leine zieht und an etwas rankommt wirkt es selbstbelohnend. Deswegen praktizieren Hunde das Leinenziehen so gerne und deswegen fällt das abtrainieren so schwer.

Wichtig ist bei allen Trainingsmethoden, dass der Hund lernt: Bei meinem Besitzer ist es immer am Interessantesten. Bei meinem Besitzer gibt es ein cooles Spiel, ein super tolles Leckerchen. Es lohnt sich immer zu ihm zu gehen!

Anhalten

Sobald Spannung auf der Leine ist, bleib stehen und versuche die Aufmerksamkeit auf dich zu lenken. Diese Methode ist zwar oft recht aufwändig und bedeutet, dass man zu beginn sehr häufig stehenbleiben muss. Wenn man aber den Dreh mal raushat, wirst du merken wie gut dein Hund auch auf Tempowechseln reagieren kann.

Klickertraining

Ist dein Hund an den Klicker gewöhnt ist das ein gutes Hilfsmittel um seine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken und vor allem die Belohnung sehr genau zu timen. Forderst du deinen Hund auf stehen zu bleiben und er tut es am anderen Ende der Leine, dann kannst du das sofort durch ein Klicken belohnen. Wenn du ihn erst zu dir rufst um ihn zu belohnen, assoziiert er das gerne mal mit einem anderen Verhalten.

Hilfsmittel

Es gibt natürlich auch eine Reihe von Hilfsmitteln, die dem Hund das Leineziehen abgewöhnen können. Hierzu sei aber gesagt, dass diese Hilfsmittel eine sanfte Führung benötigen. Es ist durchaus sinnvoll Hilfsmittel wie den „Gentle leader“, bei dem das Band um die Schnauze des Hundes geht oder das „Halti- Geschirr“ erst mit Hilfe eines erfahrenen Hundetrainers zu benutzen.

Auf gar keinen Fall

Viele Hundebesitzer korrigieren ihren Hund in dem sie mit einem kurzen, kräftigen Ruck an derLeine ziehen. Das sollte dringend vermieden werden. Zum einen kann es zu Verletzungen der Hals- oder Brustwirbelsäule kommen. Zum anderen ist dem Hund nicht klar welches Verhalten jetzt bestraft wird. Sie sehen keinen Zusammenhang zwischen dem Leinenzug und dem heftigen Ruck an ihrem Hals.

 

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Juckreiz

Sobald auffällig mehr Kratzen stattfindet oder der Hund kahle und/oder blutige Stellen, schuppiges Fell oder eitrige Hot spots aufweist sollte der Juckreiz untersucht werden. Da es viele Gründe für Juckreiz gibt ist es wichtig abklären zu lassen was genau der Auslöser ist. Auch hier ist es wichtig die Ursache zu beheben und nicht eine (teilweise teure und langwierige) Therapie des Symptoms zu starten.

Mögliche Ursachen für Juckreiz könnten sein:

  • Parasitenbefall (bspw. Flöhe oder Milben)
  • Insektenstich
  • bakterielle Dermatitis (Hot spot)
  • Unverträglichkeiten (Umwelt- oder Futtermittelallergien)
  • Pilzinfektionen
  • hormonelle Dysfunktionen
  • Fehlernährung
  • Stressabbau
  • mangelnde Fellpflege (entzündete Haut unter verfilztem Fell)
  • Otitis → Kratzen findet vermehrt um das Ohr statt

 

Diagnostik und Behandlung

 

In manchen Fällen kann ein Grund ersichtlich sein bspw. bei einem Flohbefall. Sollte die Ursache nicht identifiziert werden können, dann sollte man einen Tierarzt aufsuchen. Bei der Anamnese sind einige Fragen essentiell: gab es bereits ein Problem mit Juckreiz in der Vergangenheit? An welchen Stellen wird sich gekratzt? Wie häufig am Tag? Saisonal bedingt? Gibt es andere Tiere im Haushalt oder der näheren Umgebung (bspw. Hundeschule) mit den gleichen Symptomen?

Zu den Symptomen gehören neben Juckreiz unter anderem auch Beißen der Pfoten, Lecken oder Beknabbern von betroffenen Hautarealen, kahle Stellen, verfärbte und/oder entzündete Hautstellen, Hot spots, schuppige Haut und unangenehmer Geruch von Haut/Fell.

Je nach Verdachtsdiagnose kann der Tierarzt verschiedene Tests durchführen (bspw. Woodsche Lampe, Pilzkultur, Flohkamm, Blutuntersuchung, etc.). Je nach Ergebnis kommt es zu einer entsprechenden Behandlung. Manchmal ist ein Ausschlussverfahren notwendig und resultiert in einer Ausschlussdiät um eventuelle Futtermittelunverträglichkeiten heraus zu finden.

 

Vorbeugende Maßnahmen gegen Juckreiz

  • Parasitenprophylaxe
  • Unnötiges Baden vermeiden, um die Hautbarriere aufrecht zu erhalten
  • regelmäßige Fellpflege
  • regelmäßige Reinigung des Liegeplatzes und der Hundedecken
  • Luftbefeuchter bei zu trockener Heizungsluft
  • keine Fütterung von Speiseresten

 

 

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

Interesse an einem Zweithund? Was du im Vorfeld beachten solltest.

Es sollte auf jeden Fall eine Pro und Kontra Liste angelegt werden. Und auf alle Fälle der Charakter des ersten Hundes berücksichtigt werden. Wie verhält er sich mit anderen Hunden? Ist er eher freudig oder zurückhaltend? Ist er schon etwas älter? Und wie verhält er sich Welpen gegenüber?

Des Weiteren sollte man sich bewusst sein, dass zwei Hunde auch zeit- und kostenintensiver sind. Gerade die Tierarztkosten können bei zwei Hunden schnell in die Höhe schnellen. Eine Krankenversicherung ist an dieser Stelle sicher anzuraten.

 

Welcher Hund passt zu uns?

Charakterlich und rassespezifisch sollte man darauf achten, dass die Hunde Gemeinsamkeiten haben. Generell ist es nicht gut, zu einem sehr aktiven Hund einen ruhigen zu nehmen. Das geht nur selten gut. Genauso wichtig ist die Frage welches Alter und welche Geschlechter man zusammen würfelt. 2 Hündinnen können während der Läufigkeit schwierig sein. Eine Hündin und ein Rüde sind eher unkompliziert, wenn beide kastriert sind. Und bei zwei Rüden kann es häufig zu Imponiergehabe kommen, was oft zu Stress führt.

Sollte man einen erwachsenen Hund zu einem erwachsenen Hund dazu nehmen? Wenn dein Hund keine Welpen mag, ist das sicher eine gute Lösung. Hier sollte man vor allem auf die Charaktereigenschaften beider Hunde achten. Nimmt man sich einen Welpen zum Zweithund, sollte man darauf achten, dass der erste Hund die gängigsten Kommandos beherrscht. Man sollte sich bewusst machen, dass der Welpe viel von seinem erwachsenen Freund lernt. Am ungünstigsten ist wohl die Konstellation von zwei Welpen. Die Erziehung und Bindung sollte immer erst mit einem Hund erfolgen. Ein Welpe allein ist schon sehr zeitintensiv, das sollte man auf keinen Fall unterschätzen.

 

Vorbereitung und erste Begegnung

Überlege dir genau, ob es Dinge gibt die dein erster Hund plötzlich nicht mehr darf, wenn der neue Hund da ist. Ein Hund passt eventuell noch gut ins Bett aber mit zwei wird es eng? Dann gewöhne deinem Hund das rechtzeitig ab, so dass er es nicht negativ mit dem neuen Hund verbindet. Bedenke auch deinen Hund bei der Wahl des Neuankömmlings mitzunehmen. Wenn sich die beiden von Anfang an gut riechen können, fällt die Vergesellschaftung auch leichter.

Die erste Begegnung sollte dann auf neutralem Boden geschehen. Vielleicht kann man ein Runde spazieren gehen. Durch die Bewegung wird Stress abgebaut und es gibt viele Möglichkeiten sich zu beschnuppern ohne direkt miteinander konfrontiert zu werden.

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin

Fellpflege – die besten Mittel

Hunde sehen das Bürsten oft als Zuneigung, sodass die Bindung und das Vertrauen zwischen Hund und Besitzer dadurch gestärkt werden kann. Jedoch sollte man so früh wie möglich, idealerweise im Welpenalter, den Hund bereits an die Fellpflege gewöhnen, vor allem wenn es sich um eine pflege aufwendige Rasse handelt. Bei Langhaarigen Rassen empfiehlt es sich täglich die Bürste und/oder den Kamm zu schwingen, bei Kurzhaarigen reicht manchmal einmal pro Woche.

Wichtig ist, vor allem bei Langhaarigen Rassen oder Rassen mit dichter Unterwolle, dass abgestorbene Haare entfernt werden. Dadurch kommt es zur keiner Verfilzung des Fells und eine freie Luftzirkulation ist gewährleistet. Mangelnde Fellpflege kann eine erhöhte Gefahr von Ektoparasiten (Zecken, Flöhe, etc.) sowie andere Hautprobleme (bakteriell verursachte Dermatiden) verursachen.

Womit pflegt es sich am Besten?

Welche Bürste oder welcher Kamm sich am Besten eignet ist abhängig von der Beschaffenheit des Fells. Geeignete Beratung hierfür bietet der Tierarzt, der Fachhandel oder auch der Züchter.

  • Kamm: hiermit werden lose Haare aus dem Deckfell und auch der Unterwolle gekämmt
  • Bürste: dient zur Entfernung loser Haare und zur Förderung der Durchblutung der Haut. Letzteres sorgt dafür, dass die Haarfollikel versorgt werden und auch eine Talgsekretion erfolgt. Der Talg ist ein wichtiger Bestandteil um das Fell witterungsbeständig zu halten immer mit dem Strich

Muss der Hund regelmäßig gebadet werden?

„So wenig wie möglich, so viel wie nötig“ lautet hier die Devise. Natürlich hat jeder Hund einen Eigengeruch, sollte der einen schon stören sollte man sich mehr Gedanken machen, ob man sich wirklich einen Hund anschaffen will. Denn zu häufiges Baden zerstört den Talg- und Schutzfilm der Haut. Jedoch kommt es, durchaus auch öfter, vor, dass der Hund sich in etwas stinkendem Wälzt oder ein Schlammbad nimmt. In solchen Fällen ist ein Bad unumgänglich und sollte mit lauwarmen Wasser und einem speziellen Hundeshampoo durchgeführt werden. Es ist davon ab zu sehen das eigene Shampoo oder ein Babyshampoo zu nutzen, auch wenn es besser parfümiert ist, da diese nicht auf die Anforderungen des Hundefells ausgelegt sind.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Manche Rassen mit rau- oder drahthaarigem Fell, wie beispielsweise der Airedale Terrier oder der Schnauzer, benötigen einen Trimmer für die starke Unterwolle und die abgestorbenen Deckhaare. Andere Rassen benötigen aufgrund ihrer Fellbeschaffenheit eine Schur, diese sollte jedoch von einem Spezialisten durchgeführt werden, da die Wahrscheinlichkeit einer Hautverletzung doch größer ist als man denkt.

 

 

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

 

Die Funktion der Haut

Um diese Schutzmaßnahmen aufrecht zu erhalten ist eine gesunde Haut Voraussetzung. Eine gute Pflege und eine gesunde ausgewogene Ernährung sind dafür die Grundbausteine.

Die Struktur von Haut und Fell

Die Haut besteht aus mehreren Hautschichten, die man Einteilen kann in Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis/Corium) und die Unterhaut (Subkutis). Nach Innen schützt die Haut vor Austrocknung, nach Außen vor Umwelteinflüssen (bspw. Mikroorganismen oder chemischen Substanzen).

Darüber liegt das Fell, welches die Haut vor der Witterung (Kälte, Nässe) beschützt und Parasiten fernhalten kann. Man unterscheidet zwischen Deckhaar und Unterwolle (quasi ein extra Kälteschutz), jedoch hat nicht jede Rasse beide Fellstrukturen ausgeprägt. Dies ist abhängig von der Rasse und/oder dem Lebensraum. Eine gute Fellpflege ist daher unumgänglich um die Schutzbarriere aufrecht zu erhalten.

Wodurch kann die Hautbarriere zerstört werden?

Durch Einflüsse von außen kann das Fell einschließlich der Haut Schaden nehmen. Dies passiert  durch Verletzungen (Trauma, Verätzungen, etc.) oder Infektionserregern wie zum Beispiel Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten. Meist gelangen Infektionserreger erst durch die Hautbarriere, wenn sie vorher verletzt und dadurch eine Eintrittspforte geschaffen wurde.

Ein weiterer Einfluss, der sich negativ auf die Hautbarriere auswirkt, kann auch von Innen kommen. Manche Erkrankungen, Allergien und fehlerhafte Fütterung verursachen eine mangelnde Gesundheit und Abwehrfähigkeit der Haut.

Unterstützung einer gesunden Hautbarriere

Neben einer regelmäßigen Fellpflege und einer stetigen Kontrolle der allgemeinen Gesundheit des Hundes kann man die Hautbarriere auch mit einer gesunden und ausgewogenen Fütterung unterstützen.

Ein Nährstoffmangel kann sich schnell negativ auswirken, daher ist eine Zufuhr der wichtigsten Nährstoffe grundlegend. Auch bei Allergikern hilft eine individuell angepasste Fütterung, die entsprechenden Nährstoffe zu zu führen.

Wichtige Nährstoffe sind:

  • Aminosäuren: essentielle Aminosäuren können nicht vom Körper hergestellt werden und müssen daher über die Nahrung zugeführt werden
  • Omega-3-Fettsäuren: diese haben unter anderem eine entzündungshemmende Wirkung, die bei Hautproblematiken hilfreich sein kann
  • Linolsäure: gehört zu den essentiellen Aminosäuren und ist ein wichtiger Bestandteil der Zellmembran. Bei einem Mangel kann es zu verschiedenen Hautveränderungen (bspw. Hautverdickungen) kommen
  • Lutein: fängt als Antioxidans freie Radikale und ist ein Faktor bei dem Erhalt der Hautelastizität
  • Spurenelemente: bspw. Zink wird für viele Stoffwechselvorgänge der Haut benötigt, ein Mangel kann nicht nur Hautveränderungen hervorrufen sondern auch für Wundheilungsstörungen verantwortlich sein. Oder auch Jod und Kupfer, deren Bedarf während des Fellwechsels steigt.
  • Vitamine: Vitamin A ist am Aufbau der Hautoberfläche beteiligt oder Vitamin B, das im gesamten Stoffwechsel der Haut benötigt wird

 

 

Dr. Catherine Scherm

MRCVS, Kleintierärztin

5 Tipps gegen Mundgeruch

Eine Futterumstellung, die nicht gut vertragen wird oder Stoffwechselerkrankung können eine Rolle spielen. Die häufigste Ursache für anhaltenden Mundgeruch beim erwachsenen Hund sind allerdings Erkrankungen im Maulbereich, darunter faule Zähne, Zahnstein und Zahnfleischprobleme.

Wenn du weisst, dass der Mundgeruch von den Zähnen kommt, dann lass dich von deinem Tierarzt beraten. Auch die Zähne von Hunden gehören regelmäßig gereinigt. Der Zahnstein ist nicht nur Ursache für üblen Mundgeruch unter ihm setzen sich Bakterien fest und zerstören den Zahn und das umliegende Zahnfleisch. Nachfolgend 5 Tipps gegen Mundgeruch:

Optimales Futter

Es ist wichtig einige Unterschiede der Futtersorten zu kennen. Trockenfutter ist durch seine Härte deutlich empfehlenswerter um Mundgeruch vorzubeugen. Die Hunde müssen intensiver kauen und es wird mehr Speichel produziert, welches das natürliche Milieu der Maulhöhle aufrecht erhält. Bei Dosenfutter hat der Hund keine Möglichkeit das Futter selbstständig zu kauen. Bei minderwertigem Futter entsteht zusätzlich eine Schleimschicht, die sich über die Zähne setzt und unter dem sich die Bakterien austoben können.

Zähne putzen

Wenn du Nahrungsmittelreste in den Zahnzwischenräumen deines Hundes entdeckst. Hilft es regelmäßig zur Hundezahnbürste zu greifen. Weiterhin gibt es viele Pflegemittel die bei Plaque und Zahnstein helfen und damit auch Erkrankungen der Maulhöhle vorbeugen.

Kauartikel

Es gibt zahlreiche Kauartikel zur mechanischen Reinigung der Zahnoberfläche und Zahnzwischenräume. Sie ersetzen das Zähne putzen nicht sind jedoch eine hilfreiche Unterstützung. Dazu gehören Kauartikel aus Rinderhaut, oder mal eine rohe Karotte. Man kann auch frisch gehackte Petersilie unters Futter mischen für einen frischen Atem.

Zahnreinigung

Mittlerweile bietet fast jede Tierarztpraxis eine Zahnreinigung an. Hierbei wird der Hund in Narkose gelegt und die Zahnhälse und Zahntaschen aufwändig mit speziellem Dentalwerkzeug gereinigt.

Richtiges Spielzeug

Es gibt spezielle Zahnpfelge-Spielzeuge für deinen Hund. Diese sind vom Material und der Form her so beschaffen, dass sie die Beläge auf den Zähnen bei jedem Kauen bekämpfen.

 

Dr.med.vet. Karin Palmer

Tierärztin